Autogenes Training - AT

Das Autogene Training ist eine Methode zur konzentrativen Selbstentspannung, welche vom Berliner Neurologen Johannes Heinrich Schultz in den 1920er Jahren entwickelt wurde. 

Das Konzept des Autogenen Trainings beruht auf dem Wissen der Wirksamkeit der Selbstbeeinflussung, auch Autosuggestion genannt. Das heißt, wir nutzen unsere eigene Vorstellungskraft, um Organfunktionen, welche vom vegetativen – autonomen Nervensystem unseres Körpers gesteuert werden, eigens mit Hilfe unserer Gedanken zu beeinflussen.

Indem wir uns auf subjektive Entspannungszeichen wie z.B. Ruhe, Schwere, Wärme konzentrieren, erzeugen wir einen Zustand, welcher bei einer tatsächlichen Entspannung vorliegt.

Diesen Zustand kann man durch regelmäßiges und systematisches Üben schließlich willentlich herbeiführen.

 

Wirkungsweise

 

Das vegetative Nervensystem, auch unwillkürliches oder autonomes Nervensystem genannt, steuert im wesentlichen die Funktionen unserer inneren Organe wie Herzschlag, Kreislauf, Atmung, Verdauung sowie Stoffwechsel, indem es diese aufeinander abstimmt und den wechselnden Bedürfnissen des Organismus anpasst. Innerhalb des vegetativen Nervensystems lassen sich nach ihrer Funktion zwei, als Gegenspieler agierende Systeme unterscheiden.   

Der Sympathikus und der Parasympathikus. 

 

Der sympathische Nerv versetzt den Körper in hohe Leistungsbereitschaft. Seine Aufgabe ist es die notwendige Energie in der Aktivität bereitzustellen. Dieser bewirkt eine Leistungssteigerung des Organismus, indem er den Herzschlag und Blutdruck, Körperkraft, die Atemfrequenz erhöht, die Aufmerksamkeit und Konzentration steigert sowie die Energiereserven des Körpers mobilisiert. Steht der Körper pausenlos unter Stress oder Spannung, so reagiert pausenlos das sympathische Nervengeflecht und treibt den Körper und unsere Psyche allmählich in eine Erschöpfungssituation. Bei dieser Dauerbelastung werden zusätzlich Stresshormone wie Cortisol ausgeschüttet, welches das Immunsystem schwächt. 

 

Den Körper kann man gezielt beeinflussen

 

Wenn der Körper keine Zeit hat sich zu erholen, kommt es zu Krankheiten. Dann treten Verspannungen auf, das Immunsystem wird zunehmend geschwächt, Allergien, Schmerzen, Herz- Kreislaufprobleme, Depressionen, Ängste und psychosomatische Belastungsstörungen können sich herausbilden. Hier kann mit dem Autogenen Training der Grundstufe präventiv dagegen gesteuert werden, indem der Parasympathikus aktiviert wird. 

 

Der Parasympathikus ist der Gegenspieler zum Sympathikus und wird auch als „Ruhenerv“  bezeichnet. Dieser beeinflusst vorwiegend Körperfunktionen, die der Regeneration des Körpers sowie dem Aufbau von Energiereserven dienen.

Er versetzt den Körper in einen aufbauenden, sich regenerierenden und beruhigenden Zustand. Durch seine Wirkung werden Reperaturvorgänge aktiviert und der Körper gelangt wieder in sein inneres Gleichgewicht zurück.

 

Durch das Autogene Training können einzelne Körperfunktionen gezielt reguliert und Beschwerden nachweislich gelindert werden. Der Körper findet wieder eine ausgleichende Balance zwischen Spannung und Entspannung und stabilisiert sein körperliches und seelisches Wohlbefinden.

 

Techniken

 

Um den Körper in einen Zustand der Tiefenentspannung zu bringen nutzt das Autogene Training sogenannte formelhafte Redewendungen, welche in unseren Gedanken wiederholt werden. Somit ist unser Geist ausreichend beschäftigt und unsere Gedanken können zur Ruhe kommen. Wenn dies regelmäßig trainiert wird, so zeigt sich nach einiger Zeit ein positiver  Effekt und das "Gedankenkarusell" kann zunehmend abgeschaltet werden.

 

In der Grundstufe werden sechs auf Körperregionen und innere Organe bezogene Übungen erlernt,

welche aufeinander aufbauen. Diese bestehen aus: Der Schwereübung, der Wärmeübung, der Atemübung, der Herzübung, der Bauchübung und der Stirnübung.  Vor jeder Übungssequenz erfolgt die Ruhetönung, um den Körper auf die Entspannung vorzubereiten. Wichtig ist es nach der Entspannung, die vegetative Umschaltung wieder zurückzunehmen. Hierbei erfolgen die Aktivierung des Körpers und die Stabilisierung des Kreislaufes ebenfalls mit geeigneten Formeln und Methoden.

 

Einsatzbereiche - Indikation

 

Autogenes Training zeigt seine positive Wirkung im Bereich von Körper, Geist und Seele. Allgemein führt es zur Verbesserung des Wohlbefindens und der Stimmung sowie zur Steigerung von Konzentration und der Reaktionsfähigkeit. Das Ein- und Durchschlafen wird gefördert, Nervosität, Stresszustände, Ängste und innere Unruhe können gemindert werden. Autogenes Training zeigt ebenso seine Wirkung bei Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus oder Asthma und wird zur Behandlung von Süchten eingesetzt. Es normalisiert das Herz-Kreislauf-System, durch eine Normalisierung von Blutdruck und Herzfrequenz.

 

Die inneren Organe werden beeinflusst durch eine verbesserte Durchblutung und bessere Verdauung sowie eine Optimierung des Stoffwechsels. Schmerzen können reduziert und das Immunsystem gestärkt werden. Bei Frauen wirkt Autogenes Training auch positiv während der Schwangerschaft gegenüber Unwohlsein und Übelkeit und es vermindert Beschwerden des Prämenstruellen Syndroms. (vgl. Prof. Dr. Langen 2005)

 

Gegenanzeigen - Kontraindikation

 

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, bei denen das Autogene Training erst nach Absprache mit dem behandelnden Arzt angewendet werden sollte. Dazu gehören akute chronische oder entzündliche Erkrankungen, schwere Atem- oder Herzerkrankungen. Kontraindiziert ist das Autogene Training bei aktuen psychischen Erkrankungen wie z.B. Psychosen, Schizophrenie, Manie, akute Depression, Borderline Persönlichkeitsstörung sowie Epilepsie, Zwangsstörungen und Bewusstseinsstörungen wie z.B. Delir.

 

Grundsätzlich ist das Autogene Training der Grundstufe ein Entspannungsverfahren,

welches jeder Zeit präventiv eingesetzt werden kann und dadurch zur Gesunderhaltung des Menschen beiträgt.


So findest du mich


*gemeinsam entspannt*

 

Silke Kapustin

EMYK®-Kursleiterin

 

Entspannungspädagogin, Erzieherin, Ergotherapeutin

0157 70582352

info@gemeinsam-entspannt.de

 

Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass das Kopieren und weiterverwenden von Bild- und Textmaterial zur weiteren Verbreitung nicht gestattet ist!

 

Bildquellen: 

© Silke Kapustin, pexels.com, pixabay.com

 

© Silke Kapustin 2018 - 2019

 Kooperationspartner:

 

• Volkshochschule Leipzig

• Hummelbienchen Leipzig

• Zentrum für Bildungsgesundheit 

• Yoga, Ayurveda, Mediation, Coaching, Heilung Kati Voß